Einen Lernplan zu haben, ist beim Sprachenlernen unglaublich wichtig. Es gibt unwahrscheinlich viele Leute jeden Alters, die sich in das Abenteuer stürzen, eine Fremdsprache zu lernen. Manche besuchen einen Sprachkurs, während andere es per Selbststudium versuchen. Es gibt eine Vielzahl an Gründen dafür, eine Fremdsprache zu erlernen. Anders als einige glauben, ist es möglich, eine Sprache unabhängig vom Alter zu lernen, denn jedes Alter bietet bestimmte Vorteile. Leider scheitern viele Leute beim Lernen oder geben es auf. Das ist meist dem Fehlen eines konkreten Ziels geschuldet, sowie dem Fehlen eines Lernplans und des nötigen Einsatzes, was wiederum im Ausbleiben eines sichtbaren Ergebnisses resultiert und schnell demotivierend wirkt.

Letztes Update: 30. April 2020

Ein guter Lernplan ist das A und O

 

Aus dem oben genannten Grund ist ein Lernplan beim Studium einer Fremdsprache essentiell. Wenn Sie also mit dem Lernen beginnen, ist es sehr wichtig, im Voraus abzuschätzen, wie viel Zeit Sie dem Vorhaben widmen möchten. Je nach Einsatz und Motivation kann sich jeder sein eigenes Lernprogramm zusammenstellen, indem er über die Anzahl und Dauer der Lerneinheiten sowie über die durchzuführenden Aktivitäten entscheidet. In diesem Artikel finden Sie einige Ratschläge, wie man die Lerneinheiten effektiv planen kann.

 

Die Häufigkeit und Dauer der Lerneinheiten festlegen

Ich erzähle Ihnen bestimmt nichts Neues, wenn ich Sie darauf hinweise, dass es besser ist, 10 Minuten täglich zu Lernen als einmal pro Monat eine lange, 3-stündige Lernsession abzuhalten. Wiederholung, Gewissenhaftigkeit und Regelmäßigkeit sind bei sämtlichen Lernbemühungen die wichtigsten Elemente.

Wie viel Zeit gedenken Sie, dem Lernen zu widmen?

Ein Lernplan für jede Woche15 Minuten, 30 Minuten oder 1 Stunde pro Tag? Sie können sich genauso gut entscheiden, nicht täglich zu lernen und sich damit zufriedengeben, beispielsweise nur jeden zweiten Tag eine Lerneinheit zu absolvieren. In diesem Punkt müssen Sie aber besonders realistisch bleiben, da es wenig hilft, sich mit unrealistischen Zielen etwas vorzumachen.

Als ich noch zur Uni ging, habe ich dem Lernen der französischen Sprache sehr viel Zeit gewidmet. Ich lernte jeweils 2 Stunden am Tag (außer sonntags), weil es mir sehr wichtig war, diese Sprache besonders schnell zu lernen. Ich tat dies mithilfe von Intensivkursen für Sprachschüler, die aus beruflichen Gründen schnell der Sprache mächtig werden müssen. Innerhalb von 5 Monaten hatte ich meine Französischkurse beendet. Danach machte ich mich daran, mein Spanisch zu verbessern.

Obwohl ich arbeitete und viele Aufträge hatte, konnte ich stets 20 Minuten täglich für’s Lernen einplanen und dies im Rahmen von generell kurzen, 10- bis 20-minütigen Einheiten (man muss wissen, dass ich zu diesem Zeitpunkt zusätzlich zu meiner Arbeit bei MosaLingua bei einer französischen Firma gearbeitet habe).

 

Wie respektiert man seinen eigenen Lernplan?

Das ist der schwierigste Teil. Nehmen wir an, Sie haben nun das Zeitbudget, dass Sie dem Lernen einer Fremdsprache widmen wollen, festgelegt. Glauben Sie, dass Sie Ihrem geplanten Lernaufwand gerecht werden können? Oder werden Sie nach 2 Wochen schon wieder alles über den Haufen schmeißen?

Ein geplantes Programm durchzuziehen kann ohne Zweifel sehr hart sein! Es ist generell hilfreich, ein paar Minuten darüber nachzudenken und zu lernen, seinen eigenen Einsatz zu analysieren, während man sich bemüht, seine Pläne auch durchzuziehen.

All diejenigen, die mit der U-Bahn oder anderen öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren, können die frühe Stunde zum Lernen nutzen. Das Gehirn ist zu diesem Zeitpunkt noch frisch und ideal auf den Erwerb neuer Kenntnisse eingestellt. Warum auch nicht die Zeit nach der Uni oder Arbeit (nach einer stündlichen Unterbrechung) zum Lernen nutzen?

Mein Rat ist, Ihre Aktivitäten in einer Agenda oder einem Kalender zu notieren oder auf dem Mobiltelefon abzuspeichern, sodass Sie in gewisser Weise den Druck spüren, Ihrem Lernplan nachzukommen. Sie können sich auch öffentlich verpflichten, durch Bekanntgabe Ihrer Pläne im Freundeskreis oder auf Facebook. Die Tatsache, dass man seine Vorhaben öffentlich kundgetan hat, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass man diese auch einhält.

Ich empfehle Ihnen zudem, eine Erinnerung über Ihr Mobiltelefon zu programmieren und dem vielleicht sogar einen motivierenden Satz wie „heute steht der nächste Schritt zum großen Erfolg an: perfekt Spanisch sprechen, etc…“ hinzuzufügen. Ich persönlich habe früher ein Heft benutzt, aber mittlerweile programmiere ich derartige Erinnerungen auf meinem iPhone. Ich habe aber auch Freunde, die eine Agenda in Form einer Excel-Datei führen. Jede Methode ist zweckmäßig, solange Sie Ihnen persönlich dabei hilft, Ihre Lernsitzungen nicht zu verpassen.

 

Ziele setzen, um Ihren Fortschritt quantifizieren zu können

In regelmäßiger Folge zu lernen ist nicht nur sehr wirksam, es dient auch dazu, einen hohen Grad an Motivation zu schaffen und aufrecht zu erhalten. Durch das Wiederholen werden Sie schnell Fortschritte machen und das wiederum, wird Sie zum weiter machen motivieren. Aber um motiviert zu bleiben, ist es gut, sich realisierbare Ziele zu stecken und die Ergebnisse zu einem späteren Zeitpunkt zu evaluieren.

Was das Vokabular angeht, so können Sie zum Beispiel festlegen, 10 neue Wörter am Tag zu lernen, indem Sie diese in ein Vokabelheft oder in ein Word-Dokument schreiben. Sie können auch ein Programm nutzen, das auf dem System der verteilten Wiederholung basiert, was Ihnen beim Abspeichern der Information im Langzeitgedächtnis helfen wird. Bei MosaLingua oder Anki zum Beispiel, können Sie für jedes Wort eine Karte (sogenannte Flashcards) mit Übersetzung und 1-2 Beispielsätzen zur Begriffserklärung abspeichern. Fünf Minuten reichen aus, um 10 Wörter zu lernen, und so werden Sie Ihr Vokabular am Ende eines Monats schon um ungefähr 300 Wörter erweitert haben (10 x 30 Tage), 600 in 2 Monaten, und so weiter. Sie sehen, der tägliche Zeitaufwand ist gering, aber die Regelmäßigkeit ist das, was zählt.

Was das Hörverständnis angeht, können Sie zum Beispiel festlegen, dass Sie jeden Tag die Nachrichten über einen Sender ansehen, der diese in Ihrer Zielsprache ausstrahlt. Sie können sich auch vornehmen, eine TV-Serie zu schauen oder einen Podcast auf Ihren iPhone oder MP3-Player zu abonnieren.

Ich rate Ihnen zudem, anfangs Ihre Lernschwierigkeiten zu dokumentieren (z.B. „ich verstehe nur einige Wörter“) und am Ende des ersten Monats Ihre Fortschritte evaluieren. Die guten Resultate werden ein Ansporn sein, mit der gleichen Geschwindigkeit oder sogar schneller weiterzulernen. Wenn ich heute einen Film auf Englisch problemlos ansehen kann, dann ist das dank der 10 Minuten täglich, in denen ich die Nachrichten auf BBC geschaut habe.

Zusammenfassend ist es also am wichtigsten, sich realistische Ziele zu setzen, diese aufzuschreiben und sich dazu zu verpflichten seinen Lernplan einzuhalten. 

 

Das Lernen durch den Lernplan vielseitig gestalten

Auch wenn Ihr Lernaufwand 20 Minuten täglich beträgt, sollten Sie die Lernaktivitäten variieren, sodass Sie sich nicht langweilen und an verschiedenen Fähigkeiten arbeiten.

Der Schlüssel dazu ist, mit Sprachtools zu arbeiten, für die Sie sich begeistern. Dank des Internets finden Sie auf jeden Fall etwas, das Sie begeistert.

Wenn Sie sich für das aktuelle Geschehen interessieren, dann können Sie damit anfangen, 5 Minuten täglich Nachrichten zu sehen (über den Fernseher oder das Internet). Sie können dann im Anschluss 5 Minuten lang die neuen Wörter lernen. Zum Schluss können Sie durch die Lektüre von Artikeln zu Themen, für die Sie sich interessieren (10 Minuten) eine Wiederholungssession durchführen.

Am Folgetag können Sie die Lernaktivitäten ändern, indem Sie 10 Minuten das Schreiben üben. Sie können zum Beispiel kleine Artikel schreiben (vielleicht starten Sie einen eigenen Blog?) und die restlichen 10 Minuten Ihren Wortschatz erweitern. Wenn Sie sich nicht trauen, einen eigenen Blog zu erstellen, können Sie sich in Foren in der Zielsprache äußern (z.B. in dem Forum von wordreference) oder nach einem Sprachpartner zum E-Mail-Austausch suchen. Einmal wöchentlich können Sie ein Gespräch mit einem Freund, welcher Ihrer Zielsprache mächtig ist, führen oder Sie suchen sich dazu einfach einen Sprachpartner.

Indem Sie Ihre Lernaktivitäten abwechslungsreich gestalten, sorgen Sie nicht nur dafür, dass Ihr Interesse am Lernen aufrecht erhalten bleibt, sondern auch dafür, dass Sie Ihre Fähigkeiten in allen Bereichen trainieren (Lesen, Schreiben, Hörverständnis, etc.).

 

Amüsante und entspannende Aktivitäten in den Lernplan integrieren

Jenseits Ihrer Lerneinheiten können Sie sich Ihren Lieblingsbeschäftigungen widmen und sich gleichzeitig in der von Ihnen gelernten Sprache verbessern. Das klassische Beispiel hierfür ist das Ansehen eines Filmes in Originalfassung mit Untertiteln. Wenn Sie gerne spielen, warum wählen Sie nicht einfach Videospiele, bei denen es um Sprachen geht? Sie können aber auch einfach nur Scrabble spielen oder Online-Kreuzworträtsel lösen. Das wird Ihnen sehr dabei helfen, Ihren Wortschatz zu erweitern, und während dessen können Sie auch gleich noch neue Freundschaften schließen.

 

Im Internet gibt es viele kostenlose Spiele:

  • http://games.yahoo.com/word-games
  • http://www.lexulous.com
  • http://www.pogo.cometc.

Wenn es Ihnen Spaß macht, können Sie auch weitere unterhaltsame Lernmethoden in Ihren Lernplan integrieren. So können Sie zum Beispiel ein Comic in der Originalsprache durchblättern, das ist einfacher als ein Buch zu lesen. Sie könnten auch ausländische Musik im „Karaoke-Modus“ hören, sprich indem Sie die Untertitel beim Hören mitlesen. Auf diese Art lernen Sie ohne Anstrengungen, aber dafür mit Vergnügen und können das Lernen einer Sprache in Ihre bevorzugten Freizeitbeschäftigungen integrieren!

 

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