Das Wichtigste auf einen Blick:
Warum man Sie auf Chinesisch oft nicht versteht 😬
Auch wenn die chinesische Aussprache für einen Deutschsprachigen sicherlich der schwierigste Aspekt beim Erlernen dieser Sprache ist, ist es doch das Ziel, mit einem möglichst verständlichen Akzent zu sprechen. Die Tatsache, dass es verschiedene Akzente gibt und dass sich auch das Vokabular aufgrund der vielen verschiedenen Völker, die im selben Land leben, je nach Aufenthaltsort ein wenig ändert, erhöht diese Herausforderung noch zusätzlich. Selbst Chinesen können Schwierigkeiten haben, sich untereinander zu verständigen. Aber keine Sorge, Mandarin oder Zhōng Wén wird heute fast überall in China gesprochen.
Erfahren Sie in unserem Blogbeitrag mehr über die goldenen Regeln, mit denen Sie Ihre Aussprache verbessern können.
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1. Die chinesische Aussprache üben
Daran glauben, dass es auch Ihnen möglich ist
Die erste Hürde, die Sie vielleicht vor sich haben, ist … Sie selbst. Vielleicht sagen Sie sich, dass es unmöglich oder zu schwierig ist oder dass Sie es nie schaffen werden. Nur ist genau das Gegenteil der Fall! Jede Sprache kann richtig gelernt werden, wenn man motiviert ist, eine gewisse Disziplin hat und regelmäßig lernt. Man muss nur die richtigen Methoden haben und sie auch anwenden!
Den deutschen Akzent verlieren
Ein kleiner Akzent ist immer nett anzuhören, und es ist möglich, dass Sie ihn auch dann nicht ganz verlieren, wenn Sie schon seit 25 Jahren in China leben, aber Sie sollten trotzdem daran arbeiten, um für alle verständlich zu sprechen. Das heißt, mit möglichst wenig Akzent. Einigen von Ihnen wird es sogar gelingen, so zu sprechen, dass ein Einheimischer keinen Unterschied zwischen Ihnen als Ausländer und jemandem aus seinem eigenen Land macht. Jeder kann es schaffen, einen guten Akzent zu bekommen; man muss nur daran arbeiten.
2. Gute Kenntnis der Laute für eine gute Chinesisch-Aussprache
Die Laute/Töne der chinesischen Aussprache
Die größte Schwierigkeit beim Chinesischen besteht darin, dass es für Deutschsprachige schwer auszusprechen ist. Deutsch ist nämlich eine eher klangneutrale Sprache, während Mandarin vier Töne sowie einen neutralen Ton hat. Viele Silben haben unterschiedliche Tonlagen und bedeuten daher auch unterschiedliche Dinge. Das häufigste Beispiel, das Sie überall finden werden, ist mit der Silbe ma:
- 妈 mā – in 妈妈, also „Mama“: Der erste Ton ist ein hoher, flacher und durchgehender Ton;
- 麻 má – „Leinen“: Der zweite Ton ist ein steigender Ton, wie wenn man im Deutschen eine Frage stellt.
- 马 mǎ – „Pferd“: Der dritte Ton fällt zuerst in die Tiefe und steigt dann in die Höhe. Als Hilfe können Sie am Anfang einen langen Vokal aussprechen (ma-a).
- 骂 mà – in 咒骂, also „schimpfen“: Der vierte Ton ist ein absteigender, trockener und kurzer Ton. Er ähnelt der Intonation, die man bei einem Befehl verwendet.
- 吗 ma – „was?“: Der „fünfte“ Ton ist schließlich eher neutral.
Hier ist ein Schema, das Ihnen helfen kann, die chinesische Aussprache dieser verschiedenen Töne zu visualisieren:

Die Silben
Darüber hinaus gibt es einige Laute, die man im Deutschen nicht findet. Sie müssen unbedingt geübt werden, um sie auszusprechen, z. B. mithilfe des Shadowings (oder Nachahmung). Sie können auch einen chinesischen Sprachpartner finden, der Sie korrigiert und auf Chinesisch mit Ihnen spricht. Je öfter Sie die Sprache hören, desto mehr ihrer Nuancen werden Sie erfassen und desto besser können Sie sie aussprechen.
Ein Vorteil für Sie ist, dass es nicht so viele Silben gibt wie im Deutschen. Im Deutschen gibt es mehrere tausend Silben, während es im Mandarin nur einige hundert (ca. 400) gibt. Dies erleichtert die chinesische Aussprache erheblich, da es dann viel einfacher ist, daran zu arbeiten. Warum gibt es so „wenige“? Ganz einfach, weil nicht alle Endungen (oftmals Konsonanten) zu allen Anfangsbuchstaben (meist Vokalen) passen. Außerdem hat das Chinesische nicht nur wenige Silben, sondern besteht auch aus Wörtern, die in der Regel ein- oder zweisilbig sind, manchmal auch mehr. Genau deshalb, oder wegen all dessen, gibt es verschiedene Töne.
3. Methoden zur Verbesserung der chinesischen Aussprache
Wie zuvor besprochen, ist es besonders wichtig, die chinesische Aussprache zu üben. Dafür stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung.
Musik hören
Zunächst können Sie Mandarin hören und sich an die chinesische Aussprache gewöhnen. Radiohören, chinesische Lieder, Podcasts und das Anschauen chinesischer Filme werden Ihnen helfen, sich an die neue „Melodie“ zu gewöhnen. Tun Sie dies so oft wie möglich, damit Ihr Gehirn die neuen Klänge so früh und schnell wie möglich aufnimmt. Die Töne des Chinesischen im Chinesischen Gesang werden häufig jedoch mehr oder weniger ignoriert aufgrund der Melodie.
Sprechen
Üben Sie anschließend das Sprechen. Wiederholen Sie die Laute mit kräftiger Stimme. Und wenn Sie genügend Selbstvertrauen gewonnen haben, sprechen Sie mit einem Muttersprachler. Wenn es Ihnen hilft, können Sie mit kleinen vorbereiteten Dialogen beginnen und sich dann immer weiter ausweiten, ohne alles vorab bereiten zu müssen. Dieser Schritt wird sich dann sogar ganz von selbst ergeben.
Achtung: Dieser Schritt ist umso wichtiger, denn wenn Sie Pinyin nicht üben und beherrschen, ändern sich die Bedeutung der Wörter, wenn Sie die Töne nicht beherrschen. Um Ihnen einige Beispiele zu geben, gibt es zum Beispiel ci / xi / qi, die sich für Deutschsprachige fast identisch anhören, aber je nach Ton und Pinyin absolut nicht dasselbe bedeuten.
Ein weiteres Beispiel, dem Sie wahrscheinlich begegnen, ist der Besuch einer Bar. Sie wollen nach einem Glas (bēi zi) fragen, aber der Barkeeper wird verstanden haben, dass Sie eine Decke wollen, weil Sie nach bēi zi gefragt haben. Dasselbe Pinyin, aber unterschiedlicher Tonfall und zwei verschiedene Bedeutungen.
4. Die Silben paarweise lernen
Sie werden rasch feststellen, dass viele Wörter aus zwei Silben bestehen. Ideal wäre es, wenn Sie, sobald Sie jeden Ton einzeln beherrschen, die Silben paarweise lernen. Das wird Ihnen helfen, sich viele Wörter zu merken, da viele davon nur aus zwei Silben bestehen. Wenn Sie sich dann sicher genug fühlen, lernen Sie mehr. Wenn Sie also Klassifikationssysteme verwenden wollen, gewöhnen Sie Ihr Gehirn daran, nur ein einziges Wort wahrzunehmen, auch wenn es drei oder vier Zeichen, also drei oder vier verschiedene Silben, umfasst. Zum Beispiel: 一个人 yī gè rén – was sowohl „ein Mann/eine Person“ als auch „allein“ bedeuten kann.
5. Sich Geschichten ausdenken
Ein völlig unpassendes Bild, das man mit dem Wort verbindet, das man lernen möchte, ist ein mnemotechnisches Mittel, um sich Vokabeln besser einzuprägen. Um sich bei der chinesischen Aussprache zu merken, welchen Ton Sie verwenden sollen, können Sie einen einfachen Trick verwenden, der die Idee eines „schrägen“ oder lustigen Bildes aufgreift, um sich besser zu erinnern: Erfinden Sie eine kleine Geschichte. Sie wollen zum Beispiel sagen: „Ich gehe zum Supermarkt“. „Ich“ und „gehen“ sind so geläufige Wörter, dass Sie sie auswendig kennen. Mit „Supermarkt“ hingegen haben Sie Probleme, weil Sie zwar Pinyin kennen, aber ständig die Töne vergessen. Sie können sich dann vorstellen, dass Sie in einem Supermarktregal ausrutschen (chaaaaaaaaaaaaaao) und genau vor dem Produkt, das Sie haben wollen, stehen bleiben (shi!). Chāo shì.
6. Lernen Sie das Schriftzeichen und Pinyin gleichzeitig
Als Anfänger denken Sie vielleicht, dass es besser ist, zuerst Pinyin und dann Schriftzeichen zu lernen. Das mag einfacher erscheinen, aber am besten ist es, beide gemeinsam zu lernen. Warum? Weil mehrere Schriftzeichen das gleiche Pinyin haben können, und wenn Sie anfangen, mit einem Chinesen zu schreiben oder zu kommunizieren, werden Sie nicht mit Pinyin korrespondieren, sondern mit den Schriftzeichen. Außerdem sollten Sie nie vergessen, dass Chinesisch im Gegensatz zu den Sprachen, die wir gewohnt sind zu sprechen (lateinische Sprachen, Deutsch, Englisch …), in erster Linie eine Schriftsprache ist. Jahrhundertelang haben die Chinesen schriftlich kommuniziert, während die mündliche Kommunikation völlig anders verlief. Daher kann es in manchen Situationen hilfreich sein, das Schriftzeichen zu kennen, es aber nicht gut aussprechen zu können. Sie sollten also keine Fehler machen!
7. Chinesisch-Aussprache: Klassische Fehler, die Sie vermeiden sollten
Viele Anfänger neigen dazu, Wörter oder sogar Silben in ihre Bestandteile zu zerlegen. Beispielsweise kann tiān „Himmel“ folgendermaßen zerlegt werden: t + Aspiration + i + ene + 1er Ton.
Dieser Vorgang ist ziemlich kompliziert und ähnelt eher einer mathematischen Gleichung als etwas anderem. Wenn Sie also nicht gerade ein Mathefan sind, sollten Sie es vermeiden, um motiviert zu bleiben. Je komplizierter Sie Ihr Lernen gestalten, desto weniger Motivation werden Sie haben, um weiterzumachen, und so ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Sie schon früh wieder aufhören. Nehmen Sie sich nicht zu viel vor und lernen Sie das Pinyin so, wie es ist. Außerdem denken Anfänger oft in den Kategorien Pinyin und Ton. Das ist völlig normal, wenn man bedenkt, wie wir schreiben und sprechen. Wie in anderen Sprachen, die Sie eventuell kennen oder bereits beherrschen, sollten Sie sich jedoch eher auf den Klang konzentrieren. Im Französischen wird zum Beispiel „eau“ (Wasser) als „o“ ausgesprochen. Für die chinesische Aussprache gilt dasselbe: Pinyin + Ton = Klang! Der beste Weg, um die chinesische Aussprache richtig zu lernen, ist also Zuhören, Zuhören und nochmals Zuhören.
Wenn Ihnen diese Tipps dabei geholfen haben, die chinesische Aussprache und deren Erlernen klarer zu sehen, lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen. Und teilen Sie uns auch gerne mit, wenn Sie noch weitere Tipps kennen! Wir würden uns freuen, sie zu lesen, und vielleicht helfen sie sogar anderen Lernenden.




Der Beitrag könnte noch um einige Punkte ergänzt werden. Glaube an sich selbst und Disziplin sind beim Erlernen einer Sprache, die sich von der eigenen Muttersprache stark unterscheidet, sicher hilfreich. Zum Erlernen der korrekten Aussprache ist „reines Üben“ jedoch nicht ausreichend, wenn man dabei unbewusst immer wieder die gleichen Fehler wiederholt. Der Verweis darauf, dass sich ci, xi und qi im Chinesischen nahezu identisch anhören ist in diesem Zusammenhang irreführend. Es handelt sich um grundverschiedene Laute. Diese klingen lediglich für unser durch das Deutsche geprägte Gehör zunächst sehr ähnlich. Die im Pinyin mit x und q (sowie auch j) umschrieben Konsonanten sind im Deutschen (und auch im Englischen) nicht existent. Brauchbare Anleitungen zum Erlernen derselben findet man im Internet, allerdings bislang (stand 2024) leider nur in englischer Sprache. Deutschsprachige Anleitungen (auch in Offline-Lehrmaterialien und Lehrbüchern) beschränken sich hier bislang (leider anscheinend ausnahmslos) auf den Verweis auf angeblich ähnliche Laute im Deutschen, was für das Erlernen der korrekten Aussprache leider sehr hinderlich ist.
Zur Musik in chinesischer Sprache sollte noch angemerkt werden, dass die Töne des Chinesischen (deren korrekte Wiedergabe im Chinesischen, wie von der Autorin auch beschrieben, für die Bedeutung des Gesagten essenziell ist) im Chinesischen Gesang häufig mehr oder weniger ignoriert werden.
P.S.: Ich habe den Beitrag leider aus Versehen mehrmals bewertet (er hatte bislang noch keine Bewertungen). Ich wollte ihm eigentlich 4 Sterne geben.;)
Hallo Fabian,
herzlichen Dank, dass Sie unseren Artikeln folgen und für das ausführliche Feedback zu diesem Beitrag. Ich habe versucht, Ihren Vorschlägen nachzukommen und die dementsprechenden Änderungen durchgeführt.
Danke nochmals für Ihre Hilfe und weiterhin viel Spaß beim Lernen, Isabel!