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Entschuldigung auf Italienisch: scusa, scusi oder mi dispiace?

Magda Aktualisiert am 23 September 2026
Entschuldigung auf Italienisch – das klingt nach einer Vokabel, ist aber eine kleine Entscheidung. Denn wo das Deutsche ein einziges Wort benutzt, verteilt das Italienische die Aufgaben auf scusa, scusi, mi dispiace und permesso. Welche Form wann passt, hängt davon ab, ob Sie Ihr Gegenüber duzen oder siezen und ob Sie jemanden ansprechen oder echtes Bedauern ausdrücken wollen. Hier bekommen Sie die Regel dafür, die Aussprache-Falle im ersten Buchstabenpaar und die passende Antwort, wenn sich jemand bei Ihnen entschuldigt. Ganz am Anfang? Dann hilft Ihnen unser Überblick zum Italienischlernen.
Entschuldigung auf Italienisch

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Scusa ist die Du-Form, scusi die Sie-Form. Eselsbrücke: scusi endet auf -si wie das deutsche Sie.
  • Sprechen Sie mehrere Personen an, gilt immer scusate – unabhängig davon, wie gut Sie die Gruppe kennen.
  • Mi dispiace ist kein Ersatz für scusa: Es drückt echtes Bedauern oder Mitgefühl aus, nicht die Bitte um Nachsicht.
  • Wenn Sie vorbei oder irgendwo hinein möchten, sagen Sie permesso – das Wort, das in fast allen Vokabellisten fehlt.
  • Aussprache: sc vor a, o, u klingt wie sk (SKU-sa), vor e und i dagegen wie „sch“ (scendere).

Ein deutsches Wort, drei italienische Aufgaben

Im Deutschen erledigt „Entschuldigung“ gleich mehrere Jobs auf einmal. Sie sagen es, wenn Sie sich im Zug an jemandem vorbeischieben, wenn Sie jemanden nach der Uhrzeit fragen und wenn Sie einen Fehler zugeben, der Ihnen wirklich leidtut. Ein einziges Wort, drei völlig verschiedene Situationen.

Das Italienische macht das nicht mit. Es verteilt diese Aufgaben auf mehrere Ausdrücke und unterscheidet zusätzlich danach, ob Sie Ihr Gegenüber duzen oder siezen. Genau deshalb reicht es nicht, sich scusa zu merken und zu hoffen, dass es schon passen wird. Wer die Aufteilung einmal verstanden hat, trifft danach fast immer den richtigen Ton – und das ist einfacher, als es im ersten Moment klingt.

 

Scusa oder scusi? Die Frage, die alles entscheidet

Das ist mit Abstand die häufigste Frage zu diesem Thema, und sie hat eine erfreulich klare Antwort. Scusa sagen Sie zu allen, die Sie duzen würden: Freunden, Kollegen, mit denen Sie per Du sind, Kindern, Gleichaltrigen in lockerer Runde. Scusi ist die Sie-Form und gilt für Fremde, für ältere Menschen, im Geschäft, im Hotel, im Restaurant, beim Arzt.

Beide Formen stammen vom Verb scusare (entschuldigen). Scusa ist der Imperativ in der Du-Form, scusi ist der in der Höflichkeitsform – grammatikalisch also exakt derselbe Unterschied wie zwischen „entschuldige“ und „entschuldigen Sie“.

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Die Eselsbrücke, die wirklich hängen bleibt

Scusi endet auf -si, und das klingt wie das deutsche Sie. Wenn Sie im Zweifel sind, denken Sie an diesen Gleichklang. Er stimmt zwar etymologisch nicht, funktioniert aber im entscheidenden Moment zuverlässig. Und wenn Sie mehrere Personen gleichzeitig ansprechen, etwa eine Gruppe am Nachbartisch? Dann heißt es scusate. Diese Form gilt für alle Gruppen, unabhängig davon, wie gut Sie die Leute kennen.

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Mein Tipp als italienische Muttersprachlerin: Wenn Sie wirklich unsicher sind, sagen Sie „scusi“. Ein zu höfliches „scusi“ gegenüber einer gleichaltrigen Person wirkt höchstens ein bisschen förmlich, und niemand nimmt es Ihnen übel. Ein „scusa“ gegenüber der Dame an der Rezeption oder einem älteren Herrn hingegen klingt schnell respektlos. Im Zweifel also lieber eine Stufe höflicher – das ist die Richtung, in der Fehler verziehen werden.

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Scusa heißt nicht immer „Entschuldigung“

Hier liegt der Fehler, den deutschsprachige Lernende am häufigsten machen. Scusa und scusi sind eine Bitte: Sie bitten jemanden darum, Ihnen etwas nachzusehen oder Ihnen kurz zuzuhören. Sie eignen sich für kleine Anlässe und für den Moment, in dem Sie jemanden ansprechen möchten.

Mi dispiace, ist etwas ganz anderes. Wörtlich heißt es „Es missfällt mir“, gemeint ist jedoch echtes Bedauern. Sie benutzen es, wenn Ihnen etwas aufrichtig leidtut oder wenn Sie Mitgefühl ausdrücken – auch dann, wenn Sie überhaupt keine Schuld trifft. Zum Beispiel:

  • Scusi, che ore sono? – Entschuldigen Sie, wie spät ist es? (Sie sprechen jemanden an.)
  • Scusa, ti ho pestato il piede. – Entschuldige, ich bin dir auf den Fuß getreten. (Kleine Sache, schnell erledigt.)
  • Mi dispiace, non posso venire. – Es tut mir leid, ich kann nicht kommen. (Echtes Bedauern.)
  • Mi dispiace molto per tuo nonno. – Das mit deinem Großvater tut mir sehr leid. (Mitgefühl, keine Schuld.)

Der Umkehrschluss ist genauso wichtig: Mit einem mi dispiace kommen Sie nicht durch eine volle Straßenbahn, und mit einem scusa drücken Sie kein Beileid aus. Die beiden sind nicht austauschbar, auch wenn das deutsche „tut mir leid“ beides abdeckt.

 

Durch die Menge, an die Tür, an den Tisch: permesso

Für eine Situation gibt es im Italienischen sogar ein eigenes Wort, und viele Lernende kennen es gar nicht. Wenn Sie an jemandem vorbeigehen oder irgendwo hindurchgehen möchten, sagen Sie „permesso“ – etwa im überfüllten Bus, im Gedränge auf dem Markt oder an einer Tür, die jemand blockiert.

Dasselbe Wort begleitet den Eintritt in einen fremden Raum. Wer eine Wohnung betritt, sagt an der Schwelle „Permesso?„ und wartet auf das „Prego, avanti!„ des Gastgebers. In vielen italienischen Familien gehört dieser kleine Wortwechsel so selbstverständlich dazu wie bei uns das Schuheausziehen im Flur.

Tipp: Wenn Sie sich nur ein einziges zusätzliches Wort merken wollen, dann dieses. Permesso markiert Sie im Alltag sofort als jemanden, der nicht nur die Vokabeln, sondern auch die Umgangsformen gelernt hat. Ähnlich funktioniert übrigens prego, das Sie in unserem Artikel zu „Bitte“ auf Italienisch in allen Varianten finden.

 

Wenn es ernst wird: sich richtig entschuldigen

Ein schnelles scusa reicht für den Fuß in der Bahn. Für einen echten Fehler – einen vergessenen Termin, ein unbedachtes Wort, eine Zusage, die Sie nicht halten konnten – brauchen Sie mehr Gewicht.

  • Chiedo scusa. – Ich bitte um Entschuldigung. Neutral, funktioniert immer, auch schriftlich.
  • Ti chiedo scusa / Le chiedo scusa. – Mit direkter Anrede, informell bzw. förmlich. Deutlich persönlicher.
  • Mi scuso per il ritardo. – Ich entschuldige mich für die Verspätung. Etwas formeller, typisch für E-Mails und das Büro.
  • Scusami / mi scusi. – Entschuldige mich / Entschuldigen Sie mich. Die Variante mit angehängtem Pronomen, ein bisschen nachdrücklicher als das nackte scusa.
  • Perdonami. – Verzeih mir. Emotional, fast schon feierlich. Sparsam einsetzen, sonst klingt es nach einer Telenovela.

 

Eine gute Entschuldigung besteht auf Italienisch übrigens selten nur aus einem Wort. Meistens folgt ein kurzer Grund oder eine Wiedergutmachung: Scusa per ieri, ho avuto un problema al lavoro. („Entschuldige wegen gestern, ich hatte ein Problem auf der Arbeit.“) Dieses Nachschieben wirkt nicht wie eine Ausrede, sondern gehört zum guten Ton.

 

Die Aussprache-Falle steckt gleich im ersten Buchstabenpaar

Viele Deutschsprachige lesen „scusa“ auf Anhieb falsch, weil das „sc“ sie an „sch“ erinnert. Im Italienischen hängt die Aussprache von sc aber davon ab, welcher Vokal folgt.

Vor a, o, u wird sc wie ein hartes „sk“ gesprochen. Scusa klingt also SKU-sa, scusi klingt SKU-si. Vor e und i dagegen wird daraus tatsächlich ein „sch“, wie in scendere (hinuntergehen), gesprochen SCHEN-de-re. Dieselbe Regel gilt für unzählige andere Wörter, weshalb sie sich doppelt lohnt. Wer tiefer einsteigen will, findet in unserem Überblick zur italienischen Aussprache weitere Stolpersteine.

Die Betonung liegt bei allen Formen auf der ersten Silbe: SCU-sa, SCU-si, SCU-sate. Und das s in der Mitte von scusa ist ein weiches, stimmhaftes s wie in „Rose“, kein scharfes wie in „Tasse“.

 

Und was antworten Sie, wenn sich jemand bei Ihnen entschuldigt?

Diesen Teil vergessen die meisten Vokabellisten, dabei kommt er in der Praxis genauso oft vor. Auf ein „scusa“ antwortet man in Italien fast nie mit Schweigen, sondern winkt freundlich ab.

  • Figurati! – Keine Ursache, informell. Die mit Abstand häufigste Antwort unter Bekannten.
  • Si figuri! – Dieselbe Geste in der Sie-Form.
  • Non fa niente. – Macht nichts. Schlicht und immer passend.
  • Nessun problema. – Kein Problem. Locker, modern, sehr verbreitet.
  • Ci mancherebbe! – Aber ich bitte Sie! Wörtlich etwa: „Das fehlte noch“ – ein schönes Signal dafür, dass wirklich nichts passiert ist.

 

Wer auf ein „mi dispiace“ aus Mitgefühl antwortet, nimmt dagegen „grazie“. Das gilt genauso wie im Deutschen: Auf „Das tut mir leid“ folgt ein Dankeschön, nicht ein Abwinken.

Damit haben Sie die komplette Klaviatur beisammen: eine Form zum Ansprechen, eine fürs Bedauern, eine fürs Durchkommen und eine Antwort für den Rückweg. Wenn Sie danach Lust auf mehr italienische Alltagstöne haben, lohnt sich ein Blick in unsere Sammlung italienischer Sprüche – dort finden Sie die Wendungen, die kein Wörterbuch so richtig erklärt.

Welche Situation bereitet Ihnen im Italienischen noch Kopfzerbrechen: das Ansprechen von Fremden oder das Entschuldigen selbst? Schreiben Sie es gern in die Kommentare. Wir gehen den Fällen nach.