Sie stolpern beim Englischlernen immer wieder über die -ing-Form und fragen sich, wann man sie benutzt? Keine Sorge, das Gerundium im Englischen ist einfacher, als es klingt. Im Grunde ist es nur die -ing-Form eines Verbs, die sich wie ein Nomen verhält – und mit ein paar klaren Regeln wissen Sie sofort, wann I enjoy reading richtig ist und wann I want to read. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen Bildung, Verwendung und die typischen Stolperfallen, mit vielen Beispielen aus dem Alltag. Wenn Sie Ihre englische Grammatik Schritt für Schritt festigen möchten, sind Sie hier genau richtig.

Das Wichtigste auf einen Blick:
- Das Gerundium ist die -ing-Form eines Verbs, die wie ein Nomen funktioniert: Swimming is good for you.
- Sie brauchen es als Subjekt, nach bestimmten Verben (enjoy, avoid, finish) und nach Präpositionen: good at cooking.
- Faustregel, die fast immer hilft: Nach einer Präposition steht die -ing-Form, nie der Infinitiv.
- Verwechslungsgefahr mit dem Infinitiv: I enjoy reading (Gerundium) gegenüber I want to read (Infinitiv).
- Bei der Bildung fällt das stumme „e“ weg (make → making) und ein kurzer Endkonsonant wird verdoppelt (run → running).
Was ist das Gerundium im Englischen?
Das Gerundium im Englischen ist die -ing-Form eines Verbs, die im Satz die Rolle eines Nomens übernimmt. Sie nehmen also ein Verb, hängen -ing an und behandeln das Ergebnis wie ein Hauptwort. Zum Beispiel: Swimming is good for you. Hier ist „swimming“ kein Vorgang, der gerade abläuft, sondern das Thema des Satzes, ganz so wie „das Schwimmen“ im Deutschen. Genau das macht das Gerundium aus: ein Verb, das sich wie ein Nomen verhält.
Tipp: Lassen Sie sich vom deutschen Wort „Gerundium“ nicht verwirren. Das lateinische Gerundium im Deutsch- oder Lateinunterricht funktioniert anders. Im Englischen meint man damit schlicht die -ing-Form als Nomen, mehr nicht.
Wie bilden Sie die -ing-Form?
Die gute Nachricht zuerst: Meistens hängen Sie einfach -ing an das Verb an (read → reading, play → playing). Nur drei kleine Sonderfälle sollten Sie kennen, und die zeigt diese Tabelle:
| Regel | Beispiel |
|---|---|
| Stummes „e“ am Ende fällt weg | make → making, write → writing |
| Kurzer, betonter Vokal: Endkonsonant verdoppeln | run → running, sit → sitting, swim → swimming |
| Endung „-ie“ wird zu „-y“ | lie → lying, die → dying |
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Mehr Ausnahmen gibt es nicht. Wenn Sie diese drei Muster verinnerlicht haben, bilden Sie die -ing-Form jedes Verbs korrekt.
Wann benutzt man das Gerundium im Englischen?
Es gibt vier typische Situationen, in denen die -ing-Form verwendet wird. Wenn Sie diese kennen, decken Sie den Großteil der Fälle ab.
Als Subjekt des Satzes
Steht eine Tätigkeit am Satzanfang und ist sie das Thema, benutzen Sie das Gerundium.
- Learning languages opens doors. → Sprachenlernen öffnet Türen.
- Smoking is not allowed here. → Rauchen ist hier nicht erlaubt.
Nach bestimmten Verben
Manche Verben ziehen immer die -ing-Form nach sich. Eine logische Regel dahinter gibt es nicht. Sie lernen sie am besten als feste Gruppe. Die häufigsten sind:
- enjoy, avoid, finish, mind, suggest, practise, consider, admit, deny, miss, keep, imagine, recommend
Zum Beispiel: I enjoy cooking. / She finished working at six. / Would you mind opening the window?
Nach Präpositionen
Das ist die nützlichste Faustregel überhaupt: Nach einer Präposition steht (fast) immer die -ing-Form, nie der Infinitiv.
- She is good at drawing. → Sie ist gut im Zeichnen.
- We are interested in learning Italian. → Wir interessieren uns fürs Italienischlernen.
- Before leaving, check the door. → Bevor Sie gehen, prüfen Sie die Tür.
In festen Wendungen
Einige sehr gebräuchliche Ausdrücke verlangen ebenfalls die -ing-Form. Die merken Sie sich am besten direkt im Block:
- It’s no use worrying. → Es bringt nichts, sich Sorgen zu machen.
- It’s worth seeing. → Das ist sehenswert.
- I look forward to hearing from you. → Ich freue mich, von Ihnen zu hören.
Mein Tipp als Englisch-Muttersprachlerin: Lernen Sie diese Verben nicht einzeln, sondern in kurzen, fertigen Bausteinen wie „enjoy reading“ oder „look forward to seeing you“. So bauen Sie die richtige Form automatisch ein, ohne im Gespräch nachzudenken. Am schnellsten geht das mit Karteikarten und kurzer, täglicher Wiederholung – ein paar Minuten reichen.
Gerundium oder Infinitiv im Englischen: Was ist richtig?
Das ist die Frage, an der die meisten Lernenden hängen bleiben. Einige Verben verlangen das Gerundium, andere den Infinitiv mit to.
- Mit Gerundium: enjoy, avoid, finish, suggest, keep → I avoid driving at night.
- Mit Infinitiv: want, decide, hope, promise, learn, plan → I want to drive.
Knifflig wird es bei Verben, die beide Formen zulassen, aber deren Bedeutung sich ändert. Merken Sie sich diese drei:
- stop: I stopped smoking (ich habe aufgehört zu rauchen) gegenüber I stopped to smoke (ich hielt an, um zu rauchen).
- remember: I remember locking the door (ich erinnere mich daran) gegenüber I remembered to lock the door (ich habe daran gedacht).
- try: try calling her (probier es mal) gegenüber try to call her (bemüh dich darum).
Diese Paare sind echte Klassiker. Wenn Sie tiefer einsteigen und sich sicher entscheiden möchten, hilft Ihnen unser Artikel in der Form des Infinitivs mit weiteren Beispielen und einer einfachen Entscheidungshilfe.
Gerundium oder Partizip Präsens?
Beide Formen enden auf -ing, deshalb werden sie oft verwechselt. Der Unterschied liegt in der Funktion, nicht in der Form.
- Gerundium (Nomen): Reading is my hobby.
- Partizip Präsens (Teil der Verlaufsform): I am reading a book.
Im ersten Satz ist „reading“ das Thema, also ein Nomen. Im zweiten gehört reading zur Verlaufsform am reading und beschreibt, was gerade passiert. Wie die Verlaufsform genau gebildet wird, sehen Sie in unserem Überblick zum englischen Präsens.
Tipp: Fragen Sie sich im Zweifel: Könnte hier auch ein Nomen stehen? Wenn ja, ist es ein Gerundium. „Reading is fun“ wird zu „Books are fun“ – das funktioniert, also ist „reading“ ein Gerundium.
Häufige Fehler mit der -ing-Form
Drei Stolperfallen treten bei deutschen Muttersprachlern besonders häufig auf. Wenn Sie sie kennen, vermeiden Sie sie fast automatisch.
- Infinitiv nach Präposition: Falsch ist I am interested in to learn. Richtig: I am interested in learning. Nach einer Präposition steht immer die -ing-Form.
- „to“ als Präposition übersehen: In look forward to ist to eine Präposition, kein Infinitiv. Deshalb: I look forward to meeting you, nicht to meet.
- Verb-Gruppe verwechselt: enjoy verlangt das Gerundium, also I enjoy swimming und nie I enjoy to swim.
Tipp: Sammeln Sie Ihre eigenen Fehler in einer kurzen Liste und wiederholen Sie diese regelmäßig. Genau die Sätze, bei denen Sie zögern, bringen Sie am schnellsten voran.
Die -ing-Form wirkt am Anfang wie eine Hürde, aber sobald Sie die vier Verwendungen und die kleine Infinitivregel kennen, läuft sie fast von selbst. Welche -ing-Verben bereiten Ihnen noch Kopfzerbrechen? Schreiben Sie uns Ihre Frage gern in die Kommentare. Wir helfen Ihnen weiter!



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