Globish: Unsere Vorteile gegenüber englischen Muttersprachlern, wenn es um internationale Kommunikation geht

Ich habe gerade ein Buch gelesen, das mir wirklich gut gefallen hat: „Globish: Die neue Weltsprache?“ von Jean-Paul Nerrière. Der Autor hat mit der Sprache namens Globish ein vereinfachtes Englisch geschaffen, mit dem es sich seiner Meinung nach mit nur 1500 Wörtern problemlos auf internationaler Ebene kommunizieren kässt. Sehr interessant, lesen Sie unsere Zusammenfassung und wenn Sie tiefer einsteigen wollen, sein Buch. (last update: 15/01/2017)

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Zunächst einmal ein Foto vom besagten Buch. So sieht das Buch „Globish“ aus:
Globish - German version of book

„Globish: Die neue Weltsprache?“ von Jean-Paul Nerrière


NerrièreDer Autor, ein Absolvent der Ecole Centrale de Paris und später Versorgungsoffizier bei der Marine, hat eine brilliante Karriere in der Industrie vorzuweisen: Er war nacheinander Vice President bei IBM Europe und IBM USA. Da kann man schon sagen, dass er in seiner beruflichen Laufbahn genug Zeit hatte, um seine Kommunikationsfähigkeiten auf internationaler Ebene auszubauen.
Der Begriff globish® ist eine geschützte Bezeichnung und ich hoffe, dass ich trotzdem darüber berichten darf, weil mir dieses Buch wirklich gut gefallen hat! (Der Autor verkündet Globish in der weiten Welt. Deshalb verstehe ich nicht so ganz, warum er den Begriff hat schützen lassen… das bremst doch wohl eher seine Verbreitung.)
Das Buch hat 182 Seiten und liest sich sehr einfach. Es ist in einem sehr guten Englisch geschrieben und man sieht, dass das dafür genutzte Vokabular sorgfältig ausgewählt wurde. Darüber hinaus peppen persönliche und historische Anekdoten das Ganze noch auf und machen die Geschichte umso spannender. Und Ihnen will ich gerne eine wenig von dem Buch berichten, weil die Lernmethodevon MosaLingua von einigen der darin beschriebenen Prinzipien inspiriert wurde.
Hier nun einmal ein kleines Resümee des Buches (in 3 Teilen), um Ihr Interesse zu wecken:

Englisch – die Bezugssprache schlechthin für internationale Kommunikation

Betrachtet man den historischen Hintergrund, so haben wir schon immer versucht mit unseren Nachbarn zu kommunizieren. Heute gewinnt dieses Kommunizieren in unserer globalisierten Welt an Wichtigkeit.
Es gibt zahlreiche Versuche, gemeinsame Sprachen entstehen zu lassen, die vor allem sehr einfach zu erlernen sein sollen. Esperanto ist wahrscheinlich das berühmteste Beispiel hierfür. Es ist eine sehr logische und einfach zu erlernende Sprache (1 Monat kann schon genügen), die für die internationale Kommunikation komplett neu erfunden wurde. Die Esperanto-Sprachgemeinschaft ist zudem sehr aktiv.
Englisch hat sich jedoch auf internationaler Kommunikationsebene durchsetzen können und zwar in einem so hohem Grade, wie es bisher noch keine Sprache geschafft hat. Noch vor einigen Jahren hatten Menschen, die Englisch sprachen, Vorteile gegenüber denen, die es nicht konnten. Heute lässt sich dies gar umgekehrt formulieren: Menschen, die kein Englisch können, sind stark benachteiligt. Es kann einem schon unfair erscheinen, weil englische Muttersprachler natürlich einen ernormen Vorteil haben und weil Englisch für einen Großteil der Weltbevölkerung bei Weitem nicht die einfachste Sprache zu lernen ist. Selbst uns Deutschen fällt das Lernen manchmal schon schwer, und da sind wir nicht die einzigen: Chinesen und Japaner haben erst richtig damit zu kämpfen, da Englisch so sehr anders ist als ihre eigenen Sprachen.

Unsere Vorteile gegenüber englischen Muttersprachlern

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass Engländer natürlich einen ernormen Vorteil uns gegenüber haben: Ihre Sprache wurde zu einer internationalen Sprache. Sie müssen sie weder lernen, noch kostspielige Übersetzungen anfertigen lassen.

Doch eigentlich ist dieser Vorteil bei Weitem nicht so wichtig laut „Globish“: Der Autor erzählt uns eine Anekdote, in der sich die meisten von Ihnen, die in einem multinationalen Unternehmen gearbeitet haben, wahrscheinlich wiederfinden werden:
Während eines Meetings in englischer Sprache mit Teilnehmern, deren Muttersprache nicht Englisch ist, machen sich alle zwar nur mit Grundlagen-Englisch verständlich, aber immerhin versteht man sich. Sobald sich aber gebürtige Engländer ins Gespräch mischen, tauscht man sich weniger untereinander aus. Man versteht weniger und niemand wagt es mehr, sich auszudrücken. Kurzum: Man hat Angst davor, Fehler zu machen, und dafür belächelt zu werden. Manche Leute haben sogar Angst, Engländern zu widersprechen oder sie zu fragen, ob sie wiederholen könnten. Das alles nur wegen eines sprachlichen Minderwertigkeitskomplexes. Für gebürtige Engländer ist das ein echtes Problem…
Im Grunde genommen fällt es Engländern schwerer, sich bei anderen Personen verständlich zu machen, da ihr Englisch für nicht Muttersprachler viel zu ausgebaut ist. Hinzu kommt, dass sie oft nicht daran gewohnt sind, mit Ausländern zu sprechen (Neuformulieren, einfache Ausdrücke benutzen, usw.). Das hemmt natürlich oft die gesamte Kommunikation.
Glücklicherweise sind englische Muttersprachler aber weitaus in der Minderheit (nur 12% der gesamten Weltbevölkerung) und das heutige Englisch, das im Internet oder im internationalen Handel gebraucht wird, hat mit Shakespeare Englisch nichts mehr am Hut (auch nicht mit dem Englischen, das man uns hoffnungslos in der Schule versucht hat beizubringen). Es ist zu einer Gebrauchs- und Fachsprache geworden, ohne Stil und Inhalt. Diese Sprache hat in der Kultur nichts mehr zu suchen, und kann auch nicht in literarischen Romanen gebraucht werden. Sie ist nur noch im internationalen Austausch effizient.
Deshalb hat Jean-Paul Nerrière das Wort „Globish“ (Neologismus aus global english) für diese neue Sprache vorgeschlagen.
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Ich persönlich habe bemerkt, dass sehr wenige englische Muttersprachler eine zweite Sprache sprechen. Die meisten denken sich wahrscheinlich, dass die ganze Welt ihre Sprache sowieso spricht. Deshalb sehen sie keinen Sinn darin, eine andere zu lernen. Damit sind sie jedoch auf dem Holzweg: eine Fremdsprache zu sprechen ist sehr vorteilhaft und das nicht nur im praktischen Sinne, sondern auch auf einer kognitiven Ebene (bessere Entwicklung des Gehirns, Verlangsamen des kognitiven Alterungsprozesses: mehr dazu  finden Sie auf dieser Seite).


Englisch – eine schwere Sprache?

Der Autor erzählt uns, dass Englisch eine eher schwere Sprache im Vergleich zu Plansprachen ist, die einzig und allein dazu geschaffen wurden, um einfach zu erlernen zu sein, wie Esperanto.
Das englische Vokabular ist sehr ausgebaut: über 600 000 Wörter gibt es im Oxford English Dictionnary. Unser deutscher Wortschatz liegt bei 300 000 bis 500 000, wenn man kurzzeitige Neologismen berücksichtigt.
Viele der englischen Wörter sind dabei überflüssig; gibt es für einige Tiere eine eigene Vokabel, und für das Stück Fleisch auf unseren Tellern wird ein anderes Wort gebraucht (wie pig und pork, ox und beef, sheep und mutton usw.).

Weiter macht der Autor deutlich, dass es kein einheitliches Englisch gibt, sondern 18 verschiedene Englischversionen mit eigenen Wortvariationen, Akzenten und Grammatiken. Der Gründe dafür liegen zweifelsohne in der Geschichte: Seefahrt und Kolonialzeit haben stark dazu beigetragen, dass sich Englisch den vielen Regionen angepasst hat.
Anmerkung: Deutsch ist meiner Meinung nach sogar noch schwerer. Meine französischen Kommilitonen, die in Frankreich Deutsch studieren, fragen mich oft nach Dingen, über die ich selbst nicht nachdenken würde. Es ist echt haarsträubend, wenn man als Muttersprachler keine Antwort parat hat. 😉

Vielleicht ist Englisch ja doch nicht so schwer. Es ist eine einfach zu erlernende Sprache! Es gibt keinen Genus, auf den man achten müsste (was soll denn das Theater mit „der„, „die„, „das„?) und die Konjugation ist auch wirklich einfach.

Außerdem wird Englisch heutzutage immer einfacher, vor allem durch das Internet und die Globalisierung. Das internationale Englisch ist also eine Art vereinfachtes Englisch, das von allen verstanden wird. Unser Autor nennt es Globish.

Sie wollen jetzt wahrscheinlich wissen, wie dieses Globish denn nun genau aussieht, oder?

Globish – 1500 Wörter für ein erfolgreiches Kommunizieren

Globish ist ein durchaus korrektes Englisch, welches einfach nur knapper und exakter ist. Einer wichtigsten Globish Charakteristiken ist, dass es nur 1500 Wörter hat (die sorgfältig ausgewählt wurden) und die es einem ermöglichen, sich problemlos auszudrücken. Wenn man mehr Wörter benutzt, besteht das Risiko, dass man sich mit einem Großteil der Weltbevölkerung nicht mehr verständigen kann.
Mit nur 1500 Wörtern ist es vollkommen möglich, problemlos zu kommunizieren (manchmal reichen sogar schon 850 Wörter aus). Ab und an wird man einen längeren Satz machen müssen, um etwas zu konkretisieren, was im Endeffekt nicht so schlimm ist. Hauptsache man kann sich verständigen.
Darüber hinaus, können diese 1500 Wörter zusammengesetzt werden, um weitere Wörter zu bilden (z.B. back-door, dream-team usw.) oder auch in verschiedene Formen dekliniert werden (to teach – teacher, nice-nicer-nicest usw.). Dann steigt die Anzahl der Wörter bereits auf 3500. Ganz abgesehen von den zahlreichen deutschen Wörtern, die man in der englischen Sprache wiederfindet (hamster, hand, kindergarten, allergy usw.) und umgekehrt (Feeling, all-inclusive, Backstage, usw.).

 

mosa_lingua_ENGLISH_512Anmerkung: Diese 1500 Wörter langfristig zu lernen ist ein Kinderspiel. Dank moderner computergestützter Lernmethoden, wie das System der verteilten Wiederholung von MosaLingua, ist das Erlernen von 1500 Wörtern locker in ein paar Monaten zu schaffen, wenn man min. 10 Min. pro Tag dafür investiert. MosaLingua Englisch d beinhaltet natürlich diese 1500 Wörter und weitere 2000 Karten mit fachspezifischen und gängigen Wörtern und Sätzen, die aufgrund ihrer grammatikalischen Strukturen sorgfältig ausgewählt wurden. Wir haben für Sie zudem eine App, die auf die Berufswelt spezialisiert ist: MosaLingua Business English.
Anmerkung Nr. 2: Ich fordere hier niemanden auf, nur 1500 Wörter auf Englisch zu lernen. Der Autor spricht von einem Bruchteil des Englischen, dem Globish, das der internationalen Kommunikation dient. Wenn Sie auswandern, oder Romane auf Englisch lesen wollen wird Globish dafür nicht ausreichen.

Ansonsten empfehle ich Ihnen die Internetseite von Globish anzusehen, die eine Liste dieser 1500 Wörter beinhaltet oder ergänzend, Nerrières Buch auf Amazon zu kaufen.

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