Interkulturelle Kommunikation auf Reisen: wie wichtig sind Sprachkenntnisse?

Reisen und die Welt zu entdecken ist einfach genial … und dabei sind Sprachen bekanntlich der Schlüssel dazu. Denn wer Sprachen spricht, kann mit den Leuten vor Ort kommunizieren und wichtige Informationen erhalten, die einem sonst vorenthalten bleiben. So findet man sich unterwegs leichter zurecht und bekommt Zugang zu den Einheimischen und erfährt über Ihre Kultur und Lebensweise. Nun, es ist ja schön, mehrere Sprachen zu lernen und zu sprechen, aber man kann einfach nicht ALLE Sprachen dieser Welt sprechen. Wir haben uns die folgenden Fragen gestellt: ab wann lohnt es sich, die Sprache eines Reiselandes zu lernen? Wie viel muss man können? Wie weit kommt man (wo) mit dem Englischen? Lesen Sie selbst, was bei unserer Recherche zum Thema interkulturelle Kommunikation auf Reisen herausgekommen ist.

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Interkulturelle Kommunikation nur mit Händen und Füßen – reicht das aus?

Es ist wahr, um grundlegende Dinge zu erhalten und Bedürfnisse zu befriedigen, kommt man auf Reisen durch die Kommunikation ohne Sprache, sondern nur durch mit Gesten sehr weit. Vor allem, wenn man nichts Außergewöhnliches will. Und ein Reisender braucht nun mal in der Regel was zu Essen und einen Platz zum Schlafen. In praktisch jedem Laden kann man auf das zeigen, was man haben möchte. Und an den Fingern abzählen, wie viel davon. Das Nicken mit dem Kopf in verschiedene Richtungen oder auch allein der Gesichtsausdruck sagt schon viel über Zustimmung oder Ablehnung aus. Ein paar Tipps zu interkulturellen Unterschieden in der Körpersprache und insbesondere, was es mit dem Kopfnicken in Indien auf sich hat oder wie man in anderen Ländern mit den Fingern zählt, können Sie übrigens in diesem Blogartikel von uns nachlesen.

Kann man sich also in einem Land ganz ohne Sprachkenntnisse zurechtfinden? Ich würde mal behaupten, ja. Je mehr andere ausländische Reisende an einem Ort sind, desto besser ist die lokale Bevölkerung natürlich auf die Touris und Backpacker eingestellt und desto einfacher wird es. Aber auch wenn man etwas weniger frequentierte Gegenden ansteuert, so sollte man aus besagten Gründen mit Händen und Füßen weit kommen. Und eine gewisse Coolness und die Akzeptanz, dass auch aufgrund eventueller Kommunikationsprobleme nicht immer alles reibungslos verläuft, hilft. 

Nur die wichtigsten Wörter lernen?

interkulturelle Kommunikation ... beim Transport

credits: Harold Kuiper

Auch wenn ich eben behauptet habe, dass ich der Meinung bin, es würde auch ohne Wörter gehen, ich empfehle jedem Reisenden wärmstens, zumindest drei Wörter der Sprache des Reiselandes zu lernen. Ausnahmslos. Auch bei einem Wochenendtrip. Und diese Wörter heißen Hallo, Danke und Entschuldigung. Auf der Seite Weltreisewortschatz finden Sie übrigens eine Auflistung der wichtigsten 30 Wörter in 60 Sprachen. Hallo, Danke und Entschuldigung sind auch dabei 😉 .

Der Grund, warum ich die Wichtigkeit des Erlernens dieser drei Wörter so betone, lautet ganz einfach. Es ist eine große Geste der Höflichkeit des Reisenden, und das ohne großen Aufwand. Dieser bekundet damit nämlich schon mal ein gewisses Interesse am bereisten Land und dass ihm die Sprache und die Menschen dort nicht völlig egal sind. Also auch eine Respektsbekundung. Das kommt bei jeder Begegnung gut an. Leute zu grüßen wird fast immer als höflich empfunden. Durch ein Grußwort wie Hallo (oder noch besser: guten Tag) ist man dabei. Danke ist auch einfach wichtig – denn so oft wird einem auf Reisen geholfen, da ist es einfach nur schön, seinen Dank auch aussprechen zu können. Und sich entschuldigen zu können kommt auch immer gut an. Wer weiß, in welche Situation man sich bringt… aber auch nur, um einen Satz mit Entschuldigung (auf der Landessprache) zu beginnen, und dann zu fragen English? ist schlichtweg netter als gleich wie selbstverständlich auf Englisch loszuplappern … egal ob Muttersprachler oder nicht.

Der Tipp mit dem Lernen von ein paar Wörtern ist übrigens kein Geheimnis, dies halten auch viele Reiseblogger so (siehe hier für ein Interview mit Ulrike Hecker). Sie gibt übrigens noch den guten Tipp: ein Lächeln ist universell. So wahr, im Zweifel einfach nur zu lächeln spricht auch schon Bände. Aber wenn einem dazu dann auch noch ein Danke über die Lippen kommt, dann ist das natürlich noch schöner!

Interkulturelle Kommunikation und die Rolle der englischen Sprache?

Ich erinnere mich an einen lang vergangenen Familienurlaub in die Türkei, als ich noch Teenager war und kein Englisch sprach. Meine Mutter und mein jüngerer Bruder auch (so gut wie) nicht. Wir waren gemeinsam auf dem Markt. Ein geschäftstüchtiger türkischer Basarhändler sprach uns nicht gerade zurückhaltend an und pries seine Taschen an. Meine Mutter antwortete völlig überfordert: “See…” sie wollte sagen, dass wir uns nur umsehen, er verstand das “see”, als ein “Sehenwollen” der Ware und legte los … In diesem Fall hätte eine Antwort im Sinne von: “No thanks, we are just looking” geholfen. Einen Schlusssatz muss ich der Anekdote aber noch verpassen: meine Mutter lernt mittlerweile (nachdem Sie auf den Geschmack des Reisens gekommen ist) seit einigen Jahren fleißig Englisch, seit einigen Monaten übrigens mit der MosaLingua-App für Englisch, und es zeigt Wirkung. Ich bin sehr stolz, wie sie im Ausland zurechtkommt und auch wie gut sie Englisch spricht.

Jedenfalls, da weltweit so viele Menschen Englisch sprechen (und je touristischer ein Gebiet beziehungsweise je höher das Bildungsniveau eines Landes), kommt man mit dieser Sprache generell sehr weit. Zusammengefasst also: Da niemand alle Sprachen spricht, ist eine offizielle Weltsprache doch ein super Kompromiss, durch den sich alle Leute auf der Welt verständigen können, oder? Es kann der kleinste gemeinsame sprachliche Nenner sein. Aber gerade kommunikationssuchende Weltenbummler werden auf ihren Reisen auch auf viele andere Reisende stoßen, darunter auch mit Sicherheit auf Leute, die sehr gut Englisch sprechen und im Idealfall Muttersprachler. Und es ist doch toll, sich mit diesen Leuten richtig unterhalten zu können. Bestenfalls lernt man gar noch von deren Englisch. Und horizonterweiternder als der Kontakt zu eigenen Landsleuten ist es allemal. Daher sind Englischkenntnisse auch für Weltenbummler sehr wichtig, auch wenn diese die Kenntnisse in einer Landessprache natürlich nicht ersetzen.

Wann und wo werden grundlegende Kenntnisse der Landessprache empfohlen?

In manchen Ländern und touristischen Regionen spricht eigentlich fast jeder zumindest ein wenig Englisch. Aber es gibt Gegenden, von denen gesagt wird, dass grundlegende Kenntnisse der Landessprache äußerst hilfreich wenn nicht gar nötig sind. Connie gibt auf Ihrem Reiseblog Planetbackpack aus eigener Erfahrung die folgenden Tipps, wo welche Sprachkenntnisse (besonders) sinnvoll und hilfreich sind.

Für einen Kurztrip mag das Nutzen-Aufwand-Verhältnis eines Sprachkurses der Landessprache fraglich sein, aber für alle Reisenden unter Ihnen, die Zeit haben und sich ein wenig länger im Ausland aufhalten, denen sei Connie’s Rat abschließend ans Herz gelegt:

“Wer grundsätzlich Bock und etwas Zeit hat, sich näher mit der Sprache vor Ort auseinander zu setzen, dem empfehle ich auf jeden Fall in einen Sprachkurs zu investieren an der Destination. Auch wenn es nur eine Woche ist, es lohnt sich immer!”

So, wir hoffen, dass Sie diesen Artikel informativ fanden und dass er Sie zum Lernen von einzelnen Wörtern oder gar Sprachen motiviert. Welche Erfahrungen haben Sie in Bezug auf interkulturelle Kommunikation auf Reisen? Und wenn Sie drei oder auch ein paar mehr Wörter Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch oder Portugiesisch lernen möchten, dann laden Sie sich doch unsere kostenlosen Reisesprachführer herunter.

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