Mehrsprachige Familien sind auch in Deutschland, Österreich oder der Schweiz keine Seltenheit. In vielen Familien spricht ein Elternteil und manchmal auch beide aufgrund seiner Herkunft eine andere Sprache mit den Kindern. Ist Letzteres der Fall, werden zu Hause sogar zwei Fremdsprachen gesprochen (häufig in der von vielen Eltern bevorzugten OPOL-Version) und die Kinder wachsen von klein an dreisprachig auf!
Letztes Update: 5. Juni 2025

Es gibt auch mehrsprachige Familien, in denen die Eltern bereits bilingual erzogen wurden. Manch ein Elternteil steht vor dem Dilemma, wie er seine zweite Muttersprache an seine Kinder weitergeben soll. Dazu wollen wir Ihnen heute ein paar Tipps geben. Zögern Sie vielleicht noch, Ihrem Kind Ihre Muttersprache zu vermitteln (vor allem, wenn Sie in einem anderen Land leben)? Lesen Sie sich unbedingt noch einmal die Argumente aus unserem Beitrag „Warum sollte man sein Kind zweisprachig aufwachsen lassen?“ an. durch. Es gibt eine ganze Menge Gründe, die dafür sprechen! Oder Sie haben bereits selbst eine zweisprachige Erziehung genossen und möchten Ihrem Kind oder Ihren Kindern auch Ihre zweite Muttersprache mit auf den Weg geben. Viele zweisprachige Eltern haben Schwierigkeiten, ihre Kinder in Ihre Minderheitensprache (die nicht in Ihrem Umfeld gesprochen wird) einzuweihen. Zweifel an den eigenen Sprachkenntnissen treten zum Vorschein, oder es fühlt sich einfach seltsam an, wieder in der zweiten Muttersprache zu sprechen. Wenn auch Sie sich in der gerade beschriebenen Situation befinden, dann lesen Sie doch einmal unsere Tipps zu diesem Thema: Mit diesem Beitrag möchten wir Sie dazu motivieren, Ihrem Nachwuchs Ihre zweite Muttersprache zu vermitteln. Besonders wenn es sich um Ihr erstes Kind handelt, kommt in den ersten Wochen und Monaten allgemein sehr viel Neues auf Sie zu. Machen Sie sich also, was das Sprachenlernen angeht, nicht verrückt! Wenn Sie selbst zweisprachig sind, fühlen Sie erst einmal nach, was Ihre beiden Muttersprachen für Sie bedeuten (ohne zu urteilen). Sie werden vermutlich bald einen Favoriten identifizieren können. Vielleicht ist diese Sprache aber auch dieselbe, in der Sie mit Ihrem Partner kommunizieren oder die in Ihrem Umfeld gesprochen wird. Dann werden Sie sich vielleicht doch für die Sprache entscheiden, die ausschließlich von Ihnen gesprochen wird. Je nachdem, wie wohl Sie sich in dieser Sprache fühlen, kann es vorkommen, dass Sie auf gewisse Anlaufschwierigkeiten stoßen. Lassen Sie sich bitte Zeit und seien Sie mit sich und Ihrem neuen Familienmitglied geduldig! Sie werden überrascht sein, wie unglaublich motivierend die auch noch so kleinen Fortschritte Ihres Nachwuchses auf Sie wirken! Ganz gleich, ob Sie in der Sprache Ihrer Wahl einen Kindergarten oder eine Schule besucht haben. Kinderreime, Lieder und lustige Verse (zum Beispiel, um sich die Wochentage zu merken oder um Zählen zu lernen) kennen Sie bestimmt. Nehmen Sie sich Kinderreime, Lieder und Verse zur Hilfe, wenn Sie Ihr Kind spielerisch in Ihre zweite Muttersprache einweihen möchten. Wenn Sie sich dafür entscheiden, mit Ihrem Kind in Ihren beiden Muttersprachen zu kommunizieren, hilft es, die Time-and-Place-Strategie anzuwenden. Sie können zu bestimmten Tageszeiten und -ritualen (z. B. Zähne putzen und Zu-Bett-Gehen oder Schuhe binden/Anziehen und dann Spazierengehen) immer dieselbe Sprache sprechen. Gewiss wird eine der Sprachen immer kürzer kommen. Erfolg können Sie sich erhoffen, wenn Sie es schaffen, mit Ihrem Kind mindestens 15 Stunden pro Woche in der Zweitsprache zu kommunizieren. Ein weiteres wunderbares Hilfsmittel, um Ihren Kindern eine zusätzliche Sprache beizubringen, sind Kinderbücher. Fragen Sie doch einmal bei den frischgebackenen Großeltern nach. Womöglich haben diese noch das eine oder andere Buch aus Ihrer eigenen Kindheit aufbewahrt. Gemeinsames Lesen ist ein ideales Mittel, um den Wortschatz zu erweitern, denn die Literatur hält nun mal immer noch neue und von Ihnen selbst weniger häufig verwendete Begriffe bereit. So verhelfen Sie Ihrem Kind zu mehr Vokabular und zu einer weiteren Sprache. Als unser Sohn in Irland zur Welt kam, habe ich mir nicht träumen lassen, dort eine deutschsprachige Krabbelgruppe zu finden! Tatsächlich wurde genau diese sehr schnell zu unserem wöchentlichen Lieblingstreff 😉 Ein toller Nebeneffekt zum Spielen und Singen auf Deutsch war, dass ich mich selbst mit gleichsprachigen Eltern auf Deutsch austauschen konnte. Das war besonders am Anfang meines Mama-Daseins sehr hilfreich. Mein Freund und ich ziehen unsere Kinder auf Polnisch (meiner zweiten Muttersprache) und Spanisch (seiner Muttersprache) auf. Deutsch kommt (über mich) als Bonussprache dazu. In unserem neuen Zuhause im Norden Spaniens haben wir Freundschaften mit mehreren deutsch- und polnischsprachigen Familien geknüpft. Ich bin der Meinung, dass der Kontakt mit Gleichsprachigen ein sehr wichtiges und zugleich besonders schönes Hilfsmittel ist (für Kinder und Eltern in gleichem Maße!). Es mag ja sein, dass Sie trotz Nachwuchs im Haus immer noch nichts mit Kinderliedern und Feuerwehrauto-Büchern anfangen können. An den ersten Punkt anknüpfend, möchte ich noch einmal betonen, dass Sie sich und Ihren Kindern einen Gefallen tun, wenn Sie vom Pflichtprogramm Abstand nehmen. Es geht bei der ersten, zweiten, (dritten, vierten …) Muttersprache nicht ums Vokabelbüffeln, Goethe-/Cervantes-/Shakespeare-Romane-Wälzen – seien Sie ganz Sie selbst, während Sie Ihr Kind mit auf Entdeckungstour nehmen und Ihnen Ihre Kultur und Sprache zeigen. Mehrsprachige Erziehung: Bilinguale, trilinguale und multilinguale Familien
Machen Sie sich keinen Druck
Kinderreime, Lieder und Verse für mehrsprachige Familien
Nutzen Sie Kinderbücher
Gleichsprachige mehrsprachige Familien finden
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