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Present Perfect Progressive: wie lange machen Sie das schon?

Magda Aktualisiert am 26 August 2026
„Ich warte seit einer Stunde." Wer diesen Satz spontan ins Englische überträgt, landet fast immer bei I wait since one hour – und liegt damit gleich doppelt daneben. Richtig heißt es I have been waiting for an hour. Genau hier beginnt das Present Perfect Progressive, jene englische Zeitform, für die es im Deutschen keine Entsprechung gibt. Sie beschreibt, was vor einer Weile angefangen hat und in diesem Moment immer noch läuft. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sie bilden, wann Sie sie wirklich brauchen und warum since und for dabei die halbe Miete sind. Mehr Grundlagen finden Sie in unserem Überblick zur englischen Grammatik.
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Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Das Present Perfect Progressive bilden Sie mit have/has + been + Verb mit -ing – ohne Partizip, ohne Ausnahmen.
  • Es beschreibt Handlungen, die in der Vergangenheit begonnen haben und bis jetzt andauern oder gerade eben geendet haben.
  • since steht vor einem Zeitpunkt, for vor einem Zeitraum – im Deutschen heißt beides „seit“.
  • Geht es um eine Anzahl, nehmen Sie das Present Perfect Simple; geht es um die Dauer, die Verlaufsform.
  • Stative verbs wie know, want oder own stehen nie im Progressive.

Der deutsche Satz, der Ihr Englisch sofort verrät

Deutsch und Englisch gehen mit laufenden Handlungen völlig unterschiedlich um. Im Deutschen genügt das Präsens plus ein kleines schon oder seit: „Ich lerne seit drei Jahren Englisch.“ Fertig. Das Englische verlangt an dieser Stelle eine eigene Zeitform, und wer sie nicht kennt, produziert Sätze, die Muttersprachler zwar verstehen, aber sofort als fremd einordnen.

  • ❌ I learn English since three years.
  • ✅️ I have been learning English for three years.

Zwei Dinge sind hier passiert. Erstens rutscht das Verb ins Present Perfect Progressive, weil die Handlung in der Vergangenheit begonnen hat und bis heute andauert. Zweitens wird aus dem deutschen seit ein for, weil drei Jahre ein Zeitraum sind und kein Startpunkt. Beide Fehler treten fast immer gemeinsam auf, und beide verschwinden, sobald Sie diese eine Zeitform verstanden haben.

 

So bilden Sie das Present Perfect Progressive

Die Formel ist kurz und kennt keine Ausnahmen: have/has + been + Verb mit -ing. Das been bleibt immer gleich, das -ing ebenfalls. Verändern müssen Sie nur das Hilfsverb am Anfang, und zwar nach dem üblichen Muster.

  • I/you/we/they have been working
  • he/she/it has been working

Damit ist der schwierigste Teil bereits erledigt. Anders als beim Present Perfect Simple brauchen Sie hier kein Partizip Perfekt, denn die berüchtigte dritte Spalte der unregelmäßigen Verben spielt überhaupt keine Rolle. Aus „go“ wird „have been going“, nicht „have been gone“. Für viele Lernende ist die Verlaufsform deshalb sogar bequemer als ihre einfache Schwester.

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Verneinung, Frage und die Kurzformen

Verneint wird direkt hinter dem Hilfsverb: I haven’t been sleeping well. Für die Frage stellen Sie have oder has nach vorn: Have you been waiting long? Die mit Abstand häufigste Frage dieser Zeitform beginnt allerdings mit „how long“, und das ist kein Zufall: „How long have you been living here?“

Im Gespräch hören Sie fast nie die volle Form. Aus „I have been“ wird „I’ve been“, aus „she has been“ wird „she’s been“. Und weil she’s auch she is bedeuten kann, entscheidet wieder das Wort danach: Folgt been, steckt immer has dahinter.

 

Since oder for? Diese Entscheidung fällt jedes Mal

Kaum ein Satz im Present Perfect Progressive kommt ohne Zeitangabe aus, und im Deutschen heißt sie in beiden Fällen seit. Im Englischen müssen Sie sich entscheiden, und die Regel dafür ist erfreulich mechanisch.

  • since + Zeitpunkt: since Monday, since 2019, since breakfast, since I moved here
  • for + Zeitraum: for two hours, for a week, for ages, for as long as I can remember

Tipp: Fragen Sie sich, ob Sie die Angabe in einen Kalender eintragen könnten. Monday und 2019 stehen dort, das ist since. Two hours steht nicht im Kalender, sondern auf einer Stoppuhr, und das ist for. Wenn Sie die beiden Präpositionen im Detail durchgehen möchten, hilft Ihnen unser Artikel zum Unterschied zwischen „since“ und „for“.

Daneben gibt es Angaben, die ganz ohne Präposition auskommen: all day, all morning, the whole week, lately, recently. She has been coughing all night braucht kein for, und dasselbe gilt für We’ve been talking about this all week.

 

Wann Sie die Zeitform wirklich brauchen

Grammatikbücher listen an dieser Stelle gern fünf oder sechs Verwendungen auf. Im Alltag reichen drei davon vollkommen aus, und die zweite überrascht die meisten Lernenden.

Erstens: Etwas läuft noch. Das ist der Standardfall und der Grund, warum diese Zeitform so gut zu Fragen nach der Dauer passt. He has been studying medicine for six years heißt, dass er heute immer noch studiert. Ein Simple Past an derselben Stelle würde das Gegenteil behaupten.

Zweitens: Etwas ist gerade zu Ende gegangen und man sieht die Folgen. Hier ist die Handlung vorbei, aber ihre Spuren sind noch sichtbar. Why are your hands dirty? – I’ve been gardening. Oder das klassische Have you been crying?, wenn jemand mit roten Augen zur Tür hereinkommt. Nicht die Handlung selbst steht im Vordergrund, sondern das, was von ihr übrig geblieben ist.

Drittens: Etwas wiederholt sich in letzter Zeit. I’ve been going to the gym a lot recently. Sie waren nicht ununterbrochen im Fitnessstudio, aber in einem Zeitraum, der bis heute reicht, immer wieder. Solche Sätze tragen oft einen leisen Unterton, sei es Stolz, Erschöpfung oder Genervtsein: He’s been complaining about that job for months.

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Mein Tipp als englische Muttersprachlerin: Achten Sie einmal darauf, wie oft wir diese Zeitform verwenden, um über Gefühle zu sprechen, ohne sie zu benennen. I’ve been meaning to call you ist eine Entschuldigung. You’ve been working so hard lately ist ein Kompliment. Die Verlaufsform schwingt fast immer emotional mit, denn sie zeigt, dass etwas Sie beschäftigt hat. Wenn Sie das mitdenken, klingen Ihre Sätze sofort weniger nach Schulbuch.

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Present Perfect oder Present Perfect Progressive?

Das ist die Frage, an der die meisten hängen bleiben. Beide Zeitformen verbinden Vergangenheit und Gegenwart, beziehen sich jedoch auf unterschiedliche Dinge. Die Simple-Form interessiert sich für das Ergebnis, die Verlaufsform für den Weg dorthin.

  • I’ve read the report. – Ich bin fertig und kenne den Inhalt. Ergebnis.
  • I’ve been reading the report. – Ich sitze seit einer Weile daran und bin vielleicht noch nicht durch. Verlauf.
  • She has written three emails. – Die Zahl zählt, die Arbeit ist getan.
  • She has been writing emails all morning. – Die Dauer zählt, das Ergebnis bleibt offen.

Daraus ergibt sich eine sehr praktische Faustregel. Sobald eine Menge oder Anzahl im Spiel ist, also three emails, two books oder ten pages, verwenden Sie die Simple Form. Sobald eine Zeitdauer im Spiel ist, also for two hours oder all morning, verwenden Sie die Verlaufsform. Wie das Present Perfect für sich allein funktioniert, erklären wir ausführlich in unserem Artikel zum Present Perfect.

Bei einigen Verben ist der Unterschied allerdings so gering, dass beide Formen praktisch dasselbe bedeuten. Das betrifft vor allem live, work, study, teach und wait. I’ve lived here for ten years und I’ve been living here for ten years sind beide korrekt; die zweite Variante klingt eine Spur lebendiger und etwas weniger endgültig.

 

Diese Verben vertragen kein -ing

Es gibt eine Gruppe von Verben, die sich der Verlaufsform grundsätzlich verweigert. Sie beschreiben keine Tätigkeiten, sondern Zustände: Wissen, Besitzen, Mögen, Sein. Man nennt sie stative verbs, und bei ihnen greift man immer zur Simple-Form.

  • know, understand, believe, remember
  • want, need, like, love, hate, prefer
  • be, have im Sinne von besitzen, own, belong, seem

Zum Beispiel: „Ich kenne sie seit der Schulzeit“ heißt I’ve known her since school und niemals I’ve been knowing her. Dasselbe Prinzip gilt für I’ve had this car for years oder für We’ve always wanted to go to Japan.

Vorsicht ist allerdings bei have geboten. Sobald es nicht „besitzen“ bedeutet, sondern Teil eines festen Ausdrucks ist, darf es sehr wohl ins Progressive. We’ve been having problems with the wifi ist völlig korrekt, ebenso They’ve been having lunch together every Friday.

Nehmen Sie sich heute Abend zwei Minuten und beantworten Sie drei Fragen über sich selbst: How long have you been learning English? What have you been working on lately? What have you been meaning to do for weeks? Wer diese Zeitform einmal an der eigenen Biografie durchgespielt hat, greift im Gespräch ganz von allein danach. Und falls Sie danach Lust auf den großen Überblick bekommen: Alle englischen Zeitformen im Zusammenhang haben wir separat für Sie zusammengestellt.