Türkisch lernen kann aus zahlreichen Gründen interessant sein. Zum einen wird die türkische Sprache in mehreren (europäischen) Urlaubsländern gesprochen und sie zu kennen, kann auf Reisen ausgesprochen hilfreich sein. Zum anderen gehört Türkisch zu einer unterschiedlichen Sprachfamilie (den Turksprachen) und kann auch aus diesem Grund ein interessantes Lernprojekt darstellen. Es kann natürlich sein, dass Ihr Beweggrund Türkisch zu lernen von kulinarischer Natur ist, da Sie einfach dem türkischem Essen und den türkischen Teeritualen verfallen sind 😉 Wir wollen Ihnen heute einige Fakten rund um Türkisch nahe bringen und erläutern, wie man sich am besten daran macht, Türkisch zu lernen.

Türkisch lernen

 

Schnell Türkisch lernen: Ist das eigentlich schwierig?

Um die 75.000.000 Menschen sprechen Türkisch als Muttersprache. 15.000.000 sind Zweitsprachler, welche diese Sprache beherrschen (laut Wikipedia). Türkisch ist die am meisten gesprochene Turksprache zu der bis zu 200 Millionen Sprecher gehören und gehört zu deren südwest-türkischem, auch orghusisch genannten, Zweig.

Es gibt auch südöstliche (karlukische oder uigurische), westliche (kiptschakische) und nordöstliche (sibirische) Gruppen der Turksprache, außerdem die Zweige Arghu und Bolgar-Türkisch.

Die Sprache ist sehr melodisch dank ihrer Vokalharmonien und viele Menschen mit türkischem Freundeskreis oder solche, die gerne in die Türkei auf Urlaub fahren, interessieren sich dafür sie zu lernen. 

Türkisch lernen, um die Türkei zu bereisen

 

Türkisch in der Welt – Sprachverbreitung und Unterschiede

Die Turksprachen werden im osteuropäischen Eurasien gesprochen, sowie im Kaukasus, Zentral- und Westasien bis hin nach Nord- und Westasien. Sie stammen ursprünglich aus dem Gebiet zwischen Altai- und Khangai-Gebirge in Asien. 80 Prozent der in der Türkei lebenden Bevölkerung spricht Türkisch als Muttersprache. Die Sprache ist seit 1923 die Staatssprache der Türkei. Ebenfalls Amtssprache ist das Türkische in der nicht anerkannten „Türkischen Republik Zypern“, wo auch Griechisch gesprochen wird, allerdings im offiziell anerkannten Teil der Republik Zypern, dem anderen Teil der Insel. Als lokale Amtssprache ist Türkisch auch in Mazedonien, Rumänien, sowie im Kosovo vertreten.

Weitere wichtige türkischsprachige Gebiete finden sich in Bulgarien, Aserbaidschan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan. Unter „Türkeitürkisch“ versteht man die Sprache aller türkischsprechenden Menschen im ehemaligen osmanischen Reich

Die Hochsprache des Türkischen ist der Istanbuler Dialekt. Es gibt verschiedene dialektale Gruppen, welche geographisch unterteilt sind: die Schwarzmeerregion, der Ägäis, der Osten, der Südosten und den mittleren Teil Anatoliens, die jeweils eine eigene dialektale Gruppe darstellen.

 

Aussprache und Besonderheiten des Türkischen

Das Besondere an der türkischen Sprache ist ihre Vokalharmonie innerhalb der Wörter. Man kann die Vokale in zwei Gruppen teilen: Dunkle (a, o, u, ı) und helle (e, i, ö, ü). In einem Wort können nur Vokale einer dieser beiden Gruppen vorkommen, mit Ausnahmen von Wörtern, die aus dem Arabischen in den türkischen Wortschatz eingeflossen sind.

Ein Mangel an Vokalharmonie kann also auf eine Entlehnung aus einer anderen Sprache hinweisen. Die Turksprachen haben generell viele Lehnwörter aus den Iranischen Sprachen, vor allem dem Sogdischen, sowie dem Persischen, übernommen.

Die Vokale des Türkischen ähneln denen des Deutschen sehr.

  • Ausnahme ist das „ı“. Es ist ein dumpfer Laut, der im hinteren Teil des Mundraums gebildet wird und kann entfernt mit dem unbetonten „e“ in „haben“ verglichen werden. 
  • In der türkischen Sprache gibt es keine Diphthonge wie das deutsche „ei“ oder „au“. Aufeinander treffende Vokale werden jeder für sich ausgesprochen.
  • Einige Konsonantenbuchstaben werden im Türkischen anders ausgesprochen als auf Deutsch. Das „c“ klingt wie ein „j“ in „joggen“, ein „h“, wird am Wortende zu „ch“ wie im deutschen Wort „ich“.
  • Das Türkische besitzt außerdem das gerollte „Zungenspitzen-r“, welches im Deutschen nur in Dialekten existiert. Besonders ist auch das „ğ“, welches kaum ausgesprochen wird.

Vergleicht man das türkische Alphabet mit dem des Deutschen, so wird deutlich, dass einerseits einige Buchstaben, die im Türkischen vorkommen (ç/Ç, ğ/Ğ, ı, İ, ş/Ş) im Deutschen nicht vorhanden sind, andererseits das Türkische einige Buchstaben des Deutschen (q/Q, w/W, x/X, ä/Ä, ß) nicht kennt.

 

Türkischer Wortschatz

Das Türkische ist eine agglutinierende Sprache, was bedeutet, dass bedeutungstragende Wortelemente aneinandergereiht werden. Ein Wort kann oft schon ein ganzer Satz sein. Es heisst auch, dass das Türkische sehr lange Wörter hat. „Evdeyim“ heißt „Ich bin zu Hause“, wobei „ev“ für „ich“ steht, „de“ für  die Ortsbezeichnung und „yim“ ist das Suffix, welches die Person anzeigt. Die Aneinanderreihung hat eine festgelegte Ordnung.

Wie auch im Arabischen können aus einem Wortstamm verschiedene Begriffe gebildet werden – wenn der Stamm bekannt, kann man bei unbekannten Wörtern noch immer den Sinn ableiten,.

Französisch-sprachige Menschen haben beim Vokabeln lernen definitiv einen Vorteil, denn es gibt fast fünftausend Entlehnungen wie „kuaför“ (Friseur) oder „sürpriz“ (Überraschung).

 

Türkisch lernen: Die Phonetik der Sprache

Die türkische Orthographie ist seit einer Schriftreform eher phonetisch orientiert. Sowohl die deutsche als auch türkische Sprache besitzt acht Vokale. Die türkischen Vokale a, e, ı, i, o, u, ö, ü und die deutschen Vokale a, ä, e, i, o, ö, u, ü. Betrachtet man diese näher, merkt man, dass diese Ähnlichkeiten Irrtümer hervorrufen können. Ausser man kennt die Artikulationsweise der Vokale beider Sprachen bzw. die Lippen- und Zungenstellung (enge und breite) beim Artikulieren dieser Vokale. Erst dann ist es möglich, von Vokaldauer, Kurz- und Langvokalen zu sprechen – und man wird feststellen, dass das Deutsche mehr Vokallaute kennt als das Türkische. 

Ebenso wie die deutsche Sprache richtet sich die neu eingeführte türkische Rechtschreibung streng nach dem Lautprinzip. Die Problematik im Deutschen zeigt sich in der Phonem-Graphem-Beziehung: In der deutschen Sprache treten 40 Laute auf, allerdings hat sie keine 40 Buchstaben zur Verfügung. Aus diesem Grund gibt es im Deutschen Laute, die durch Buchstabenbildungen wie tz, ph, ch, sch, dsch, sp, tsch präsentiert werden. Im Vergleich dazu orientiert sich die türkische Sprache an der Phonem-Graphem-Beziehung, weshalb im Türkischen ein 1:1 Verhältnis zwischen Laut und Buchstabe existiert.

 

Die türkische Grammatik

Die Grammatik der türkischen Sprache ist sehr komplex. Das agglutinierende Prinzip ist auch das, mit dem grammatische Funktionen ausgedrückt werden, weshalb sehr lange Wörter entstehen können. Diese müssen gebildet oder verstanden werden müssen. Neben den im Deutschen existierenden Fällen, durch die das Nomen dekliniert werden kann, gibt es im Türkischen noch zwei weitere:

  • den Vokativ für Ortsangaben und
  • den Ablativ als Antwort auf die Fragen „von wo?“, „woher?“ oder „wohin?“.

Auch die Verben haben eine Vielzahl von Formen. Neben dem Passiv gibt es auch noch andere sogenannte Genera Verbi. Durch das Hinzufügen einer Silbe wird zum Beispiel angezeigt, ob ein Verb „zur Welt kommen“ (doğmak) oder „gebären“ (doğ-ur-mak) heißt. Diese Veränderung heißt „kausativ“.

Als Zeitformen gibt es neben solchen, die im Deutschen bekannt sind, auch den:

  • Aorist
  • Optativ
  • Nezessitativ

Diese können in Verbindung mit weiteren Suffixen das Verb in seiner zeitlichen Dimension nuancieren. Was die Grammatik betrifft, sollte man also Geduld und Motivation aufbringen.

 

Schnell Türkisch lernen: mit einer Liste der 500 meist-genutzten türkischen Wörter

Warum nicht Türkisch lernen?

Alle Sprachen weltweit haben so etwas wie eine Liste mit ihrem „Grundwortschatz“, also den im Alltag meistverwendeten Wörtern. Das Konzept dieser „Grundwortschatzliste“ sollte jeder kennen und diese Worte lernen, um die Zielsprache beherrschen zu können. Was die arabische Sprache betrifft, so existieren in etwa 500 Worte auf dieser Liste. Diese kommen quasi in allen Alltagskonversationen vor. Die Liste ist daher der ideale Grundstein um schnell Türkisch zu lernen. Diese „Grundwortschatzliste“ ist ein wesentliches Element, wenn man entsprechende des Pareto Prinzips, laut welchem 80% der Ergebnisse beim Sprechen von 20% Grundwortschatz bestimmt werden, lernen will. Wenn Sie einmal die „Basisliste“ vor sich liegen haben, dann gehen wir zum folgenden Schritt über: lernen und merken Sie sich diese Liste in nur einem Monat. Es genügt, wenn Sie dazu 15 Minuten täglich zu lernen.  

 

Wie kann man sich den türkischen Wortschatz merken?

Um sich zehn türkische Wörter pro Tag zu merken (oder zwischen 10 und 15), ist es notwendig, dass Sie das System der wiederholten Verteilung (oder auf Englisch Spaced Repetition System) anwenden. Dieses System erlaubt Ihnen, sich Wortschatz, Konzepte und Informationen langfristig zu merken, indem es sich mit zeitlich verteilten Wiederholungen beschäftigt. Deshalb müssen Sie auf Basis der Vergessenskurve planen, die Ihnen erlaubt Ihre „Grundwortschatzliste“ durchzugehen, bevor Sie sie vergessen. So kann Ihr Gedächtnis sich Worte langfristig merken. Wichtig: Sie können gerne Ihre „Grundwortschatzliste“ mit Wortschatz aus Spezialgebieten vervollständigen. Zum Beispiel mit dem Vokabular, das in der Medien- und Pressewelt verwendet wird, im Handel, Finanzbereich, der Wirtschaft, der Medizin, Religion, Kultur, Mode, im Gesetzesbereich etc. Es liegt ganz an Ihnen, welches Vokabular noch mit dazu gehört! Wenn Sie Ihre Liste einmal festgelegt und erstellt haben, dann wird es Ihnen leichter fallen, schnell Türkisch zu lernen.  

 

Türkische Worte in Kategorien lernen

Haben Sie den Vorsatz schnell Türkisch zu lernen, dann kann auch die folgende Technik hilfreich für Sie sein: das Flashkarten System (flashcards auf Englisch). Die Effizienz dieser Technik erlaubt Ihnen die gelernten türkischen Worte leicht wieder aus Ihrem Gedächtnis hervorzuholen. Diese Technik basiert auf dem aktiven Wiederholen (active recall auf Englisch), welches sehr wirkungsvolle Ergebnisse zeigt. Sie erlaubt Ihnen auch an der Aussprache türkischer Wörter zu arbeiten und stützt sich auf die Reaktivität der Antwort auf eine gestellte Frage, sowie darauf, dass Sprachen lernen auch Spass machen soll. Die Technik ähnelt ein wenig jener, bei der Sie Post-Its auf die jeweiligen bezeichneten Gegenstände kleben… Sie sehen schon was gemeint ist. Kleines Plus: die Methode des aktiven Wiederholens gehört zu den effizientesten modernen Methoden, um sich türkische Wörter zu merken.  

 

Türkische Wörter in türkischen Sätzen lernen 

Sich die „Grundwortschatzliste“ zu merken, ist eine wichtige Etappe, sie reicht aber alleine nicht aus. Einzelne Wörter isoliert voneinander zu lernen, genügt nicht, um eine neue Sprache zu lernen. Um bessere Ergebnisse zu erreichen, müssen Sie das Vokabular in Sätze einfügen, welche den einzelnen Wörtern einen Sinn geben. Auf diese Weise, werden Sie Ihre gelernten Vokabeln bald zum Ausdruck eigener Ideen in einem Gespräch verwenden können. Dafür ist es notwendig, dass Sie die Wörter in typische Sätze einfügen, durch die Sie sich auf Türkisch ausdrücken können. Diese sentence patterns stehen in derselben Linie wie das Pareto Prinzip: die in Alltagsgesprächen am meisten genutzten Sätze werden benutzt, um in Rekordzeit Türkisch zu lernen. Diese Sätze werden Ihnen erlauben, sich in verschiedensten Alltagssituationen zurechtzufinden. Die Methode, Türkisch anhand von fertigen Sätzen zu lernen, macht es möglich, eine Schwäche auszubessern (wenn man so sagen kann), an der viele Türkisch-Schüler leiden: nämlich die Grammatik und Konjugationsregeln nicht zu kennen. Aber nur unter uns gesagt: Sie müssen die Grammatik- und Konjugationsregeln gar nicht auswendig kennen, um sich in der Sprache auszudrücken… Zumindest nicht in den ersten Monaten nach Ihrem Lernbeginn. Die fertigen Sätze, die Sie lernen müssen, sollten selbstverständlich Ihrem Türkischniveau, Ihren Zielen und Bedürfnissen entsprechen.

Türkisch lernen

 

Schnell Türkisch lernen: Noch einen Schritt weiter gehen…

Wenn Sie sich erst einmal die ersten Sätze dank einer passenden Sprachlernmethode gemerkt haben, dann können Sie beim Lernen der türkischen Sprache einen Schritt weitergehen und sich im Anschluss auf die Aussprache konzentrieren.  

 

Ein paar Tipps und Tricks von einem Lehrer an die Schüler!

Hier haben Sie einige Ratschläge und andere Empfehlungen um Ihr Lernerlebnis dieser wunderbaren Sprache optimal zu gestalten:  

  • Ihr Lernen sollte nicht theoretisch sein: Es ist wichtig, dass es in einem Kontext abläuft. Sie sollten Dinge lernen, die in einem praktischen Kontext stehen (mit Anwendungen in der jeweiligen Situation zum Beispiel).
  • Ich kann Ihnen nur empfehlen sich auf Aussprache-Übungen für Wörter, Sätze und Texte zu konzentrieren. Dies wird Ihnen erlauben, an einer guten Aussprache zu arbeiten, was Ihnen wiederum helfen wird sich schneller auf Türkisch auszudrücken.
  • Ihr Lernprozess sollte dynamisch ablaufen. Es ist unheimlich wichtig, dass das Lernen begleitet wird von amüsanten Aktivitäten und anderen Spielereien, damit Sie die Sprache besser aufnehmen.

 

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